Die FaGe-Ausbildung ist der beliebteste Einstieg ins Schweizer Gesundheitswesen. Als Fachfrau oder Fachmann Gesundheit EFZ übernimmst du pflegerische, medizinaltechnische und administrative Aufgaben und begleitest Menschen in verschiedenen Lebenssituationen. Hier erfährst du alles Wichtige über das Berufsbild.
FaGe auf einen Blick
Was macht eine FaGe?
Als Fachperson Gesundheit bist du nahe am Menschen. Du unterstützt Patientinnen und Patienten bei der Körperpflege, hilfst beim An- und Auskleiden, begleitest bei Mahlzeiten und sorgst für deren Wohlbefinden. Dabei arbeitest du eng mit Pflegefachpersonen, Ärztinnen und Ärzten sowie Therapeuten zusammen.
Dein Arbeitsalltag ist vielseitig: Du misst Blutdruck und Puls, legst Verbände an, verabreichst Medikamente nach Anweisung und führst einfache medizinaltechnische Verrichtungen durch. Auch administrative Aufgaben wie das Führen von Pflegedokumentationen gehören dazu.
Die drei Kompetenzbereiche
Pflege und Betreuung
Grundpflege, Mobilisation, Prophylaxen und Unterstützung bei Aktivitäten des täglichen Lebens.
Medizinaltechnik
Vitalzeichen messen, Injektionen vorbereiten, Wundversorgung und einfache Laborarbeiten.
Administration
Dokumentation, Materialbestellung, Terminkoordination und Einhaltung von Hygienestandards.
Gut zu wissen
Die FaGe-Ausbildung ist schweizweit einheitlich geregelt und wird vom SBFI (Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation) anerkannt. Der eidgenössische Fähigkeitsausweis (EFZ) öffnet dir Türen in der ganzen Schweiz.
Die Ausbildung im Detail
Die dreijährige berufliche Grundbildung kombiniert Praxis im Lehrbetrieb mit Unterricht an der Berufsfachschule und überbetrieblichen Kursen. In der Region Basel bilden verschiedene Institutionen FaGe aus, darunter Spitäler, Alters- und Pflegeheime sowie Spitex-Organisationen.
Der Ausbildungsweg
Lehrbetrieb (ca. 60%)
Praktische Ausbildung im Spital, Pflegeheim oder bei der Spitex. Anwendung der Theorie unter Anleitung erfahrener Berufsbildnerinnen und Berufsbildner.
Berufsfachschule (ca. 30%)
Berufskunde in Fächern wie Pflege, Anatomie und Pharmakologie. Dazu Allgemeinbildung und Sport.
Überbetriebliche Kurse (ca. 10%)
Praktische Fertigkeiten üben, Simulationen durchführen und fachliche Vertiefungen in speziellen Lernzentren.
Voraussetzungen
Für die FaGe-Ausbildung benötigst du einen Abschluss der obligatorischen Schulzeit (Sekundarstufe I). Gute Noten in Deutsch und Naturwissenschaften sind von Vorteil. Noch wichtiger sind jedoch persönliche Eigenschaften:
- Freude am Umgang mit Menschen aller Altersgruppen und in verschiedenen Lebenssituationen
- Einfühlungsvermögen und Geduld im Umgang mit kranken und pflegebedürftigen Menschen
- Körperliche und psychische Belastbarkeit für Schichtarbeit und herausfordernde Situationen
- Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein bei der Betreuung von Patientinnen und Patienten
Der FaGe-Beruf gibt mir jeden Tag das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Kein Tag ist wie der andere, und die Dankbarkeit der Patienten ist der beste Lohn.
Arbeitsorte und Einsatzmöglichkeiten
Nach deiner Ausbildung stehen dir viele Türen offen. FaGe arbeiten in unterschiedlichsten Settings des Gesundheitswesens:
- Spitäler und Kliniken: Auf Bettenstationen, in der Notaufnahme oder im Operationsbereich
- Alters- und Pflegeheime: In der Langzeitpflege, Demenzabteilungen oder Palliative Care
- Spitex: Ambulante Pflege zu Hause bei den Klientinnen und Klienten
- Rehabilitationskliniken: Unterstützung bei der Wiedereingliederung nach Unfällen oder Operationen
- Psychiatrische Einrichtungen: Betreuung von Menschen mit psychischen Erkrankungen
Lohn und Arbeitsbedingungen
Während der Ausbildung erhältst du einen Lehrlingslohn, der je nach Kanton und Betrieb variiert. Die OdA Gesundheit und die kantonalen Behörden geben Lohnempfehlungen heraus.
Lehrlingslohn (Richtwerte 2025)
| Lehrjahr | Monatslohn (Richtwert) |
|---|---|
| 1. Lehrjahr | CHF 750 bis 900 |
| 2. Lehrjahr | CHF 950 bis 1'100 |
| 3. Lehrjahr | CHF 1'350 bis 1'550 |
In der Regel wird zusätzlich ein 13. Monatslohn ausbezahlt. Die genauen Beträge findest du in den Lohnempfehlungen deines Kantons oder im Gesamtarbeitsvertrag (GAV) deines Betriebs.
Einstiegslohn nach der Lehre
Nach der Ausbildung liegt der Einstiegslohn gemäss Lohnbuch 2025 bei etwa CHF 4'500 bis 4'800 brutto pro Monat (bei 13 Monatslöhnen). Im Kanton Zürich beträgt der Referenzlohn CHF 4'708, im Kanton Bern liegt die Empfehlung der OdA Gesundheit bei CHF 4'579. Mit Berufserfahrung und Weiterbildungen kann der Lohn auf CHF 5'300 und mehr steigen.
Weiterbildung und Karriere
Das Schweizer Bildungssystem ist durchlässig. Nach der FaGe-Ausbildung hast du zahlreiche Möglichkeiten, dich weiterzuentwickeln:
Pflegefachperson HF
Studium an einer Höheren Fachschule. Mit FaGe-EFZ auf 2 Jahre verkürzt.
Pflegefachperson FH
Bachelor-Studium an einer Fachhochschule (Berufsmaturität erforderlich).
Berufsprüfung (BP)
Spezialisierung in Langzeitpflege, Psychiatrie oder anderen Fachbereichen.
Karriereperspektiven
Mit entsprechender Weiterbildung und Erfahrung kannst du Führungspositionen übernehmen: Teamleitung, Stationsleitung oder Pflegedienstleitung. Auch Tätigkeiten in der Ausbildung als Berufsbildnerin oder Dozent sind möglich.
FaGe in der Region Basel
Die Region Basel bietet hervorragende Ausbildungsmöglichkeiten für angehende FaGe. Grosse Lehrbetriebe sind unter anderem das Universitätsspital Basel (USB), das Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB), das Kantonsspital Baselland (KSBL), die Felix Platter-Spitäler sowie zahlreiche Alters- und Pflegeheime.
Die schulische Ausbildung erfolgt an der Berufsfachschule Gesundheit Baselland (BfG) in Münchenstein oder anderen regionalen Berufsfachschulen. Die überbetrieblichen Kurse werden von der OdA Gesundheit beider Basel organisiert.
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