Finanzierung von Weiterbildungen

Stipendien, Arbeitgeberbeiträge, Bildungskredit: Alle Möglichkeiten, deine Pflegeweiterbildung zu finanzieren.

Weiterbildungen kosten Geld, doch es gibt zahlreiche Fördermöglichkeiten. Mit der Pflegeinitiative sind neue Unterstützungsangebote hinzugekommen. Ob Ausbildungsbeiträge, Arbeitgeberbeteiligung oder Stipendien: Hier erfährst du, welche Optionen dir offenstehen und wie du sie beantragst.

Finanzierungsmöglichkeiten im Überblick

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Pflegeinitiative-Beiträge

Neu 2024

Im Rahmen der Ausbildungsoffensive erhalten Studierende an Höheren Fachschulen (HF) und Fachhochschulen (FH) Ausbildungsbeiträge. Diese müssen nicht zurückgezahlt werden.

  • Wer: HF- und FH-Studierende Pflege
  • Seit wann: Rückwirkend ab 1. Juli 2024
  • Antrag: Beim Wohnkanton
  • Rückzahlung: Keine (bei regulärem Abschluss)
CHF 2'000-4'000/Monat (Vollzeit)
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Arbeitgeberbeiträge

Häufigste Quelle

Viele Spitäler und Pflegeeinrichtungen beteiligen sich an Weiterbildungskosten ihrer Mitarbeitenden. Die Konditionen variieren stark je nach Arbeitgeber und Art der Weiterbildung.

  • Typische Beteiligung: 50-100% der Kurskosten
  • Oft mit Verpflichtung: 1-3 Jahre Verbleib nach Abschluss
  • Arbeitszeit: Teilweise bezahlte Freistellung
  • Antrag: Beim Vorgesetzten/HR frühzeitig
Bis zu 100% + bezahlte Arbeitszeit
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Kantonale Stipendien

Stipendien werden vom Wohnkanton vergeben und richten sich nach dem Einkommen und Vermögen. Sie gelten primär für Erstausbildungen, aber auch für anerkannte Weiterbildungen.

  • Voraussetzung: Schweizer Bürger/in oder Aufenthaltsbewilligung
  • Einkommen: Einkommens- und Vermögensprüfung
  • Umfang: Lebenskosten und Ausbildungskosten
  • Rückzahlung: Keine (Stipendium) oder ja (Darlehen)
Je nach Bedarf und Kanton
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Subjektfinanzierung HBB

Für Vorbereitungskurse auf eidgenössische Berufsprüfungen (BP) und höhere Fachprüfungen (HFP) übernimmt der Bund bis zu 50% der Kurskosten. Dies gilt z.B. für die Berufsprüfung Langzeitpflege.

  • Wer: Teilnehmende an BP-/HFP-Vorbereitungskursen
  • Beteiligung: 50% der anrechenbaren Kurskosten
  • Maximum: CHF 9'500 (BP) / CHF 10'500 (HFP)
  • Auszahlung: Nach Absolvieren der Prüfung
Bis CHF 9'500 (Berufsprüfung)
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Bildungskredit / Darlehen

Kantonale Ausbildungsdarlehen oder private Bildungskredite bieten zinsgünstige Finanzierung. Im Gegensatz zu Stipendien müssen sie zurückgezahlt werden.

  • Kantonale Darlehen: Oft zinslos oder sehr zinsgünstig
  • Private Kredite: Bei Banken, höhere Zinsen
  • Rückzahlung: Nach Abschluss der Ausbildung
  • Tipp: Zuerst kantonale Möglichkeiten prüfen
Variabel, muss zurückgezahlt werden

Vergleich der Förderarten

Welche Förderung passt zu dir?

Förderart Für wen geeignet Rückzahlung Aufwand
Pflegeinitiative HF/FH Pflege-Studierende Nein Mittel
Arbeitgeber Angestellte im Gesundheitswesen Ev. Verpflichtung Gering
Stipendien Personen mit tiefem Einkommen Nein Hoch
Subjektfinanzierung BP/HFP-Kandidierende Nein Mittel
Bildungskredit Alle mit Finanzierungslücke Ja Gering

Kombinieren erlaubt

Du kannst mehrere Förderquellen kombinieren! Zum Beispiel: Arbeitgeberbeitrag für Kurskosten, kantonale Ausbildungsbeiträge für Lebenskosten, plus Subjektfinanzierung für BP-Kurse. Prüfe alle Optionen und stelle mehrere Anträge.

Stipendienstellen Region Basel

Stipendien werden vom Wohnkanton vergeben. Hier die Anlaufstellen für die Region Basel:

Basel-Stadt

Stipendien BS →

Basel-Landschaft

Stipendien BL →

Solothurn

Stipendien SO →

Schritt für Schritt zur Finanzierung

Checkliste: So gehst du vor

  • Weiterbildung wählen: Informiere dich über Inhalte, Dauer und Kosten
  • Arbeitgeber anfragen: Frühzeitig das Gespräch suchen, Beteiligung klären
  • Pflegeinitiative prüfen: Falls HF/FH-Ausbildung, Beiträge beim Kanton beantragen
  • Stipendien recherchieren: Kantonale Stipendienstelle kontaktieren
  • Subjektfinanzierung: Bei BP/HFP-Kursen SBFI-Beiträge einplanen
  • Restfinanzierung klären: Eigenanteil, ev. Bildungskredit
  • Fristen beachten: Anträge rechtzeitig einreichen
  • Dokumente sammeln: Lohnabrechnungen, Steuererklärung, Zulassungsbestätigung

Frühzeitig planen

Stipendiengesuche brauchen Zeit: Sammle alle Unterlagen, rechne mit Bearbeitungszeiten von mehreren Wochen bis Monaten. Reiche Anträge mindestens 3 Monate vor Ausbildungsbeginn ein.

Häufige Fragen

Muss ich Ausbildungsbeiträge versteuern?

Stipendien und Ausbildungsbeiträge sind in der Regel steuerfrei. Arbeitgeberbeiträge können je nach Kanton unterschiedlich behandelt werden. Frag im Zweifelsfall beim Steueramt nach.

Was passiert bei Ausbildungsabbruch?

Bei Stipendien und Pflegeinitiative-Beiträgen können Rückzahlungspflichten entstehen. Bei Arbeitgeberbeiträgen gilt oft eine anteilige Rückzahlung je nach Verpflichtungsdauer. Prüfe die Bedingungen vor Unterschrift.

Kann ich Weiterbildungskosten von den Steuern abziehen?

Ja, berufsbezogene Weiterbildungskosten sind in der Regel abzugsfähig (abzüglich erhaltener Beiträge). Bewahre alle Belege auf. Der maximale Abzug ist kantonal unterschiedlich geregelt.

Gibt es Förderung für CAS/MAS-Programme?

CAS und MAS fallen nicht unter die Subjektfinanzierung (die gilt nur für BP/HFP). Hier sind Arbeitgeberbeiträge und allenfalls Stipendien die Hauptquellen. Einige Hochschulen bieten Ratenzahlung an.

Quellen und weiterführende Informationen