Glossar: Bildungsabschlüsse im Gesundheitswesen

Glossar Bildungsabschluesse - BFG Baselland

EFZ, HF, FH, BP, NDS: Das Schweizer Bildungssystem ist reich an Abkürzungen. Dieses Glossar erklärt alle wichtigen Bildungsabschlüsse im Gesundheitswesen, damit du den Überblick behältst.

Das Schweizer Bildungssystem auf einen Blick

Tertiärstufe
HF
BP
HFP
FH/Uni
Sekundarstufe II
EBA
EFZ
FMS
Gymnasium

Sekundarstufe II (Berufliche Grundbildung)

Berufliche Grundbildung
EBA Eidgenössisches Berufsattest 2 Jahre

Die zweijährige berufliche Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest richtet sich an praktisch begabte Jugendliche und bietet einen soliden Einstieg ins Berufsleben.

Beispiel Gesundheit
AGS (Assistent/in Gesundheit und Soziales)
Weiterführend
Verkürzte EFZ-Lehre möglich
EFZ Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis 3 bis 4 Jahre

Die drei- bis vierjährige berufliche Grundbildung ist der häufigste Bildungsabschluss in der Schweiz. Das EFZ qualifiziert für die Berufsausübung und ermöglicht Weiterbildungen auf Tertiärstufe.

Beispiele Gesundheit
FaGe, MPA, MTRA, Dentalassistent/in
Weiterführend
HF, BP, mit BM auch FH
BM Berufsmaturität Zusatz zu EFZ

Die Berufsmaturität kann während (BM1) oder nach (BM2) der Lehre erworben werden und ermöglicht den Zugang zu Fachhochschulen ohne Aufnahmeprüfung.

Richtung Gesundheit
BM Gesundheit und Soziales
Weiterführend
FH, mit Passerelle auch Uni
FMS Fachmittelschule 3 Jahre

Die dreijährige Vollzeitschule vermittelt eine breite Allgemeinbildung mit Berufsfeldorientierung und schliesst mit dem Fachmittelschulausweis ab.

Profil
Gesundheit / Naturwissenschaften
Weiterführend
HF direkt, FH mit Fachmatura
FM Fachmaturität 1 Jahr nach FMS

Nach dem Fachmittelschulausweis kann die Fachmaturität mit einem Praxisjahr und einer Fachmaturitätsarbeit erworben werden. Sie berechtigt zum Fachhochschulstudium.

Praktikum
Mindestens 24 Wochen
Zugang zu
FH Pflege, Physiotherapie, Hebamme etc.

Tertiärstufe B (Höhere Berufsbildung)

Höhere Berufsbildung
HF Höhere Fachschule 2 bis 3 Jahre

Die Höhere Fachschule bietet praxisorientierte Ausbildungen auf Tertiärstufe. Mit einem EFZ im entsprechenden Berufsfeld kann die Ausbildung oft verkürzt werden.

Beispiele Gesundheit
Pflegefachperson HF, Biomedizin HF, Rettungssanität HF
Titel
dipl. Pflegefachfrau/-mann HF
BP Berufsprüfung Berufsbegleitend

Die Berufsprüfung (eidg. Fachausweis) ist eine berufsbegleitende Weiterbildung für Berufsleute mit einigen Jahren Erfahrung. Sie vertieft Fach- und Führungskompetenzen.

Beispiele
Langzeitpflege FA, Psychiatrie FA
Voraussetzung
EFZ + mehrjährige Berufserfahrung
HFP Höhere Fachprüfung Berufsbegleitend

Die Höhere Fachprüfung führt zum eidgenössischen Diplom und qualifiziert für anspruchsvolle Fach- und Führungsaufgaben oder selbständige Tätigkeit.

Beispiele
Pflegeexpertin dipl., Institutionsleiter/in
Voraussetzung
Oft BP + weitere Berufserfahrung

Tertiärstufe A (Hochschule)

Hochschulbildung
FH Fachhochschule 3 Jahre (Bachelor)

Die Fachhochschule bietet praxisorientierte Studiengänge auf Hochschulniveau. Zugang mit Berufsmaturität, Fachmaturität oder gymnasialer Maturität plus Praktikum.

Beispiele Gesundheit
BSc Pflege, BSc Physiotherapie, BSc Hebamme
Abschluss
Bachelor of Science (BSc)
BSc Bachelor of Science Akademischer Grad

Der Bachelor of Science ist der erste akademische Grad an Fachhochschulen und Universitäten. Er qualifiziert für den Berufseinstieg und ermöglicht ein Masterstudium.

Dauer
6 Semester (3 Jahre Vollzeit)
ECTS
180 Credits
MSc Master of Science Akademischer Grad

Der Master of Science vertieft die Kompetenzen aus dem Bachelorstudium und qualifiziert für spezialisierte Fach- und Führungsaufgaben sowie für die Forschung.

Dauer
3 bis 4 Semester
ECTS
90 bis 120 Credits
Uni Universität Ab 6 Jahren

An Universitäten werden wissenschaftliche Studiengänge angeboten. Im Gesundheitsbereich führt der Weg über die Uni zur Medizin, Pharmazie oder Gesundheitswissenschaften.

Zugang
Gymnasiale Matura oder Passerelle
Beispiele
Medizin, Pharmazie, Zahnmedizin

Weiterbildung

Weiterbildungsabschlüsse
CAS Certificate of Advanced Studies Mind. 10 ECTS

Das CAS ist ein Weiterbildungszertifikat auf Hochschulstufe. Es dient der fachlichen Vertiefung und kann Teil eines MAS-Studiums sein.

Dauer
ca. 15 bis 20 Tage, berufsbegleitend
Beispiele
CAS Palliative Care, CAS Wundmanagement
DAS Diploma of Advanced Studies Mind. 30 ECTS

Das DAS ist ein Weiterbildungsdiplom auf Hochschulstufe, umfangreicher als ein CAS. Oft aus mehreren CAS zusammengesetzt.

Dauer
ca. 1 Jahr berufsbegleitend
Beispiele
DAS Pflegemanagement, DAS Gerontologie
MAS Master of Advanced Studies Mind. 60 ECTS

Der MAS ist der höchste Weiterbildungsabschluss auf Hochschulstufe. Er wird berufsbegleitend erworben und qualifiziert für spezialisierte Führungsaufgaben.

Dauer
ca. 2 Jahre berufsbegleitend
Beispiele
MAS Gerontologie, MAS Mental Health
NDS Nachdiplomstudium HF Berufsbegleitend

Nachdiplomstudien an Höheren Fachschulen vertiefen die im Diplomstudium erworbenen Kompetenzen und bereiten auf spezialisierte Funktionen vor.

Voraussetzung
HF-Diplom oder gleichwertig
Beispiele
NDS Intensivpflege, NDS Anästhesiepflege

Allgemeine Begriffe

Weitere Begriffe
SBFI Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation

Das SBFI ist die Bundesbehörde, die für die Berufsbildung in der Schweiz zuständig ist. Es erlässt die Bildungsverordnungen und anerkennt Abschlüsse.

OdA Organisation der Arbeitswelt

OdAs sind Branchenverbände, die bei der Entwicklung von Berufsbildungen mitwirken. Im Gesundheitswesen ist die OdA Gesundheit zuständig.

ÜK Überbetriebliche Kurse

Die ÜK sind der dritte Lernort neben Betrieb und Berufsfachschule. Hier werden praktische Fertigkeiten in geschütztem Rahmen geübt.

QV Qualifikationsverfahren

Das QV (früher: Lehrabschlussprüfung) ist die Abschlussprüfung der beruflichen Grundbildung. Es besteht aus praktischer Arbeit, Berufskenntnissen und Allgemeinbildung.

ECTS European Credit Transfer System

ECTS-Punkte (Credits) sind ein europäisches System zur Anrechnung von Studienleistungen. Ein Credit entspricht etwa 25 bis 30 Stunden Arbeitsaufwand.

Art. 32 Nachholbildung für Erwachsene

Artikel 32 der Berufsbildungsverordnung regelt den Zugang zum Qualifikationsverfahren für Erwachsene mit Berufserfahrung ohne reguläre Lehre.

Kein Abschluss ohne Anschluss

Das Schweizer Bildungssystem ist durchlässig: Jeder Abschluss ermöglicht weitere Bildungswege. Du kannst nach einer Lehre studieren oder nach dem Studium eine praktische Spezialisierung machen. Es ist nie zu spät für den nächsten Schritt.

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