Digitalisierung in der Pflege: Die Zukunft ist jetzt

Zukunft Pflege Digitalisierung - BFG Baselland

Künstliche Intelligenz, elektronisches Patientendossier, Pflegeroboter: Die Digitalisierung verändert das Gesundheitswesen grundlegend. Für Pflegefachpersonen bedeutet das neue Kompetenzen, aber auch Entlastung im Arbeitsalltag. Hier erfährst du, was jetzt schon möglich ist und wohin die Reise geht.

Digitalisierung auf einen Blick

125'923
EPD eröffnet (Okt. 2025)
DigiSanté
Bundesprogramm 2025 bis 2034
2 Min.
KI-Dokumentation statt 20 Min.
FHIR
Standard ab Juni 2027

Die wichtigsten digitalen Technologien

Die Digitalisierung in der Pflege umfasst verschiedene Technologien, die den Arbeitsalltag verändern. Einige sind bereits etabliert, andere stehen noch am Anfang. Hier sind die wichtigsten Entwicklungen:

Etabliert

Elektronisches Patientendossier (EPD)

Digitale Sammlung deiner Gesundheitsdaten: Befunde, Medikamente, Impfausweis. Für Spitäler und Pflegeheime bereits obligatorisch.

Wachsend

Telemedizin

Per Video zugeschaltete Fachärzte bringen Klärung und ersparen aufwändige Transporte. Auch Vitalzeichen können via Telemonitoring übermittelt werden.

Innovativ

KI-gestützte Dokumentation

Pflegeberichte einsprechen statt tippen: KI wandelt Sprache in strukturierte Texte um und spart bis zu 90% der Dokumentationszeit.

Pilotphase

Pflegeroboter

Humanoide Roboter wie "Pepper" führen Gymnastik durch, erinnern an Medikamente oder unterhalten Bewohner. Transport- und Serviceroboter entlasten bei Logistik.

Das elektronische Patientendossier (EPD)

Das EPD ist die digitale Sammlung deiner persönlichen Gesundheitsdaten. Austrittsberichte, Medikationslisten, Röntgenbilder oder der Impfausweis sind jederzeit über eine sichere Internetverbindung abrufbar. Für dich als Pflegefachperson bedeutet das: schneller Zugang zu wichtigen Informationen.

Neues Bundesgesetz: Vom EPD zum E-GD

Bundesratsbeschluss vom 5. November 2025

Das elektronische Patientendossier wird zum elektronischen Gesundheitsdossier (E-GD) weiterentwickelt. Jede Person in der Schweiz erhält künftig automatisch ein E-GD. Die Nutzung bleibt freiwillig, aber alle Gesundheitsdienstleister (auch Arztpraxen und Apotheken) müssen es unterstützen.

125'923
EPD eröffnet (Stand Okt. 2025)
Juni 2027
FHIR-Standard verpflichtend
Kostenlos
Für Privatpersonen

Künstliche Intelligenz in der Pflege

KI-Anwendungen verändern den Pflegealltag bereits heute. Die grösste Zeitersparnis bringt die sprachgesteuerte Dokumentation: Du sprichst den Pflegebericht ins Smartphone, die KI wandelt ihn in strukturierten Text um und überträgt die Daten in die Pflegesoftware.

Was KI heute schon kann

KI ersetzt nicht, sie entlastet

Wichtig: KI soll Pflegekräfte nicht ersetzen, sondern ihnen mehr Zeit für das Wesentliche geben: die direkte Betreuung der Patientinnen und Patienten. Die menschliche Zuwendung bleibt das Herzstück der Pflege.

Roboter in der Pflege: Wo stehen wir?

In der Schweiz werden Pflegeroboter erst vereinzelt eingesetzt. Eine Befragung von 466 Alterseinrichtungen zeigt: Etablierte Technologien wie Sturzmatten und Pflegesoftware sind weit verbreitet, Roboter hingegen selten. Das ändert sich langsam.

Arten von Pflegerobotern

Roboter werden Menschen nie ersetzen können, aber sie können uns Routineaufgaben abnehmen, damit wir mehr Zeit für das haben, was wirklich zählt: echte menschliche Begegnung.

Pflegefachfrau HF, Altersheim Riehen

Chancen und Herausforderungen

Chancen

  • Weniger Zeitaufwand für Dokumentation
  • Mehr Zeit für direkte Patientenbetreuung
  • Schnellerer Zugang zu Patientendaten
  • Früherkennung von Komplikationen
  • Entlastung bei körperlich schweren Aufgaben
  • Bessere Vernetzung zwischen Leistungserbringern

Herausforderungen

  • Digitale Kompetenz muss aufgebaut werden
  • Investitionskosten für Einrichtungen
  • Datenschutz und Sicherheit
  • Technische Störungen im Alltag
  • Akzeptanz bei Pflegebedürftigen
  • Ethische Fragen bei Robotereinsatz

Was bedeutet das für deine Ausbildung?

Die Digitalisierung verändert auch die Anforderungen an Pflegefachpersonen. Neben den klassischen Pflegekompetenzen werden digitale Fähigkeiten immer wichtiger. Die Ausbildungen passen sich an:

Neue Kompetenzen in der Ausbildung

Lebenslang lernen

Die Technologie entwickelt sich schnell weiter. Wer heute in die Pflege einsteigt, wird im Laufe des Berufslebens mehrfach neue Tools und Systeme lernen. Offenheit für Veränderung und Lernbereitschaft sind wichtige Eigenschaften.

Ausblick: Was kommt bis 2030?

2025: DigiSanté startet

Das Bundesprogramm zur Digitalisierung des Gesundheitswesens läuft bis 2034. FHIR-Schnittstellen werden gesetzlich verankert.

2027: FHIR-Standard obligatorisch

Alle EPD-Plattformen müssen den internationalen Standard HL7 FHIR umsetzen. Besserer Datenaustausch zwischen Systemen.

2028: E-GD löst EPD ab

Das neue elektronische Gesundheitsdossier wird automatisch für alle in der Schweiz wohnhaften Personen eröffnet.

2030: KI im Regelbetrieb

Sprachgestützte Dokumentation und KI-basierte Entscheidungsunterstützung sind Standard in den meisten Pflegeeinrichtungen.

Bereit für die digitale Zukunft?

Die Gesundheitsberufe bieten spannende Perspektiven in einer sich wandelnden Branche.

Berufsbilder entdecken